Unsere Ziele

Wir haben uns der Nachhaltigkeit verschrieben und richten uns nach der Tripple Bottom Line aus. Wir versuchen Ökologie, Soziales und Ökonomie in Einklang zu bringen






                                                                                                                             


                                                                                                                             Abb: Link.

Ökologische Ziele

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Unser ökologisches Kernziel ist die Gestaltung neuer Lebensräume für Wildbienen. In der Fachsprache werden diese Lebensräume auch Habitate genannt. 
Den größten ökologischen Mehrwert für Wildbienen erzielen Habitate, wenn: 

1. eine große Auswahl an Blütenvielfalt geboten ist. 
2. geeignete Nisthilfen oder Nistplätze im Boden zur Verfügung stehen. 
3. genügend Baumaterial wie Totholz, Lehm oder Sand zum Bau von Nistplätzen vorhanden sind (1).

Eine große Bedrohung für Wildbienen stellt die Habitatsfragmentierung dar. Damit ist gemeint, dass die einzelnen Habitate nicht durch freistehende Blühflächen miteinander verbunden sind. Aufgrund ihrer kurzen Flugdistanzen können sich Wildbienen nicht auf benachbarte Blühflächen ausbreiten. Durch die Vernetzung von Habitaten (Grüne Korridore) möchten wir erreichen, dass sich Wildbienenpopulationen wieder an neuen Orten ansiedeln können (1).

Ein weiteres Ziel ist es, mit Menschen ins Gespräch zu kommen und durch Beratung und Zusammenarbeit auf kontraproduktive Handlungen im Garten hinzuweisen. Beispielsweise auf den Einsatz von Stickstoffdüngern oder das zu frühe Abmähen von kleinen Wildblumen auf Rasenflächen. Die Natur wird es uns danken, wenn wir wichtige Informationen zur Pflege und zum Schutz von Wildbienen und Pflanzen weitergeben und wir gegenseitig von Tipps und Fehlern profitieren können.  


Quellen:
 1.       Pfiffner Lukas; Müller Andreas (2014): Wildbienen und Bestäubung.         Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL). Zugriff unter: https://www.fibl.org/fileadmin/documents/shop/1633-wildbienen.pdf Stand: 08.07.2021

Soziale Ziele

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Auf sozialer Ebene verfolgen wir die Idee der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), die zum Ziel hat, Menschen zu zukunftsfähigem Denken und Handeln zu befähigen (1). Dabei steht nicht die Weitergabe fester Wissensbestände oder vorab definierter Regeln im Fokus, sondern der Erwerb von heuristischem Wissen. Damit ist die Fähigkeit gemeint durch eigene Entscheidungen und Handlungen Erkenntnisse gewinnen zu können (2). Angelehnt an die Ziele von nachhaltigen Politik- und Bildungskonzepten sehen auch wir das Potenzial in intergenerationaler Zusammenarbeit. Wenn Menschen verschiedener Altersgruppen zusammenkommen, birgt das Chancen für beide Seiten. Erfahrungen, Wissen und Kompetenzen können ausgetauscht und neu gewonnen (3) sowie das Miteinander gestärkt werden. 


Ein weiteres Ziel unseres Projektes ist der Naturentfremdung von Bürger*innen entgegenzuwirken (5). Viele und vor allem jüngere Menschen haben kaum noch Berührungspunkte zur heimischen Natur (4). Mit unserem Projekt wollen wir bei Menschen aller Altersgruppen ein neues Interesse wecken und ihnen auf diese Weise die Natur wieder ein Stück näherbringen. So wird auch zum Erhalt urbaner Biodiversität beigetragen, da diese im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Wissen der Bürger*innen über Natur und Umwelt steht (4). Ein weiterer, positiver Nebeneffekt dabei ist der Beitrag zum allgemeinen Wohlbefinden und der persönlichen Gesundheit, der durch die stressreduzierenden und erholsamen Aspekte von Aufenthalten in der Natur gefördert wird (4).

Quellen:
1.     Bundesministerium für Bildung und Forschung (2021): Bildung für nachhaltige Entwicklung. Bonn: DLR Projektträger. Zugriff am 26.01.2021 unter: https://www.bne-portal.de/. 

2.     De Haan G. (2008): Gestaltungskompetenz als Kompetenzkonzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung. In: Bormann I., de Haan G. (2008): Kompetenzen der Bildung für nachhal-tige Entwicklung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. 

3.     Kruse A. (2016): Die Gestaltung der Generationsbeziehungen aus der Perspektive des Alters in: Thiede R. (2016): Die Generationsbrücke. Wie das Miteinander von Alt und Jung ge-lingt. S.169. Freiburg: Herder Verlag. 

4.     Keil, P.; Hering, D.; Schmitt, T. & Zepp, H. (Hrsg.) (2021) Positionen zu einer Regionalen Biodiversitätsstrategie Ruhrgebiet - Studie im Rahmen der Offensive Grüne Infrastruktur 2030. Oberhausen, Essen und Bochum. 228 S. 

5.     Knapp, S., Keil, A., Keil, P., Reidl, K., Rink, D. & Schemel, H.-J. (2016): Naturerleben, Naturerfahrung und Umweltbildung in der Stadt. In: Kowarik, I., Bartz, R. & Brenck, M. (Eds.) Naturkapital Deutschland – TEEB DE: Ökosystemleistungen in der Stadt – Gesundheit schützen und Lebensqualität erhöhen, TU Berlin, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ). Berlin, Leipzig: 146-169. 

Ökonomische Ziele

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Der finanzielle Mehrwert steht nicht im Fokus unseres Projektes, vielmehr  dient es der Erreichung ökologischer und sozialer Ziele. Dennoch gibt es auch aus ökonomischer Sicht gute Gründe, die Vielfalt der Bienen- und Pflanzenwelt zu schützen. 

Seit 1980 gibt es Konzepte und Studien, die versuchen die Ökosystemleistungen der Natur zu berechnen. Unter Ökosystemleistungen versteht man den finanziellen Wert unseres Ökosystems. Dieser ergibt sich zum einen aus den natürlichen Produkten, die uns die Natur zur Verfügung stellt (Bspw. Holz, Wasser, Nahrungsmittel), sowie aus natürlichen Kreislaufsystemen, die indirekt das Leben auf der Erde ermöglichen. Würden bspw. natürliche Waldökosysteme weniger Kohlenstoff speichern und umwandeln, entständen große finanzielle Mehrkosten für die Wirtschaft und die Länder. Auch touristische Dienstleistungen sind von den Ökosystemleistungen abhängig. Es gibt viele Orte auf der Welt, die durch ihre Landschaften und Naturwunder Tourist*innen und Besucher*innen anlocken. Ein Verlust dieser Naturreservate würde große wirtschaftliche Einbußen für Städte und Länder bedeuten (3). 

Ein anderes sehr anschauliches Beispiel ist die Hochrechnung der Ökosystemleistung von Insekten. Weltweit wird die finanzielle Leistung von Bestäubern auf 150 Mrd. Euro pro Jahr geschätzt (2). Damit gemeint ist der Gesamtwert von Rohstoffen und Produkten, die nur durch die Bestäubungsleistung von Insekten entstehen. 
Bei dieser Zahl handelt es sich lediglich um eine Hochrechnung, sie macht aber deutlich, wie bedeutend die Bestäuberleistung auch aus wirtschaftlicher Perspektive ist. 

Ein ähnliches Beispiel lässt sich in der Landwirtschaft beobachten. Forscher*innen haben festgestellt, dass ein Verlust von Bestäubervielfalt einen Einfluss auf die Qualität und den Ertrag von Erntegütern haben. Der größte Ertrag bei Nutzpflanzen wird durch Kreuzbefruchtungen erreicht, also der Befruchtung der Blüten durch verschiede Insektenarten (1). 

Diese Beispiele verdeutlichen, dass der Verlust von biologischer Vielfalt zwangsweise mit finanziellen Risiken und Mehrkosten verbunden ist und daher auch ein wirtschaftliches Anliegen besteht, unsere Natur bestmöglich zu bewahren. 

Durch den Schutz von Wildbienen und durch die gesellschaftliche Sensibilisierung für die Bedeutung von Biodiversität, verhindern wir indirekt den Verfall überlebenswichtiger biologischer Kreislaufsysteme, die mit hohen wirtschaftlichen Kompensationszahlungen verbunden sind.

Quellen:
 1.       Anton Christian; Mupepele Anne-Christine; Steinicke Henning (2018): Artenrückgang in der Agrarlandwirtschaft. Was wissen wir und was können wir tun? Deutsche Akademie der Wissenschaften Leopoldina e.V. Zugriff unter: 2018_3Akad_Stellungnahme_Artenrueckgang_web.pdf (leopoldina.org) Stand: 1.07.2021 

2.       Hahn Volker; Arnold Tilo (2017): Wie verändert der Verlust von Arten die Ökosysteme? Deutsches Zentrum für integrative Forschung (iDiv). Halle-Jena-Leipzig. Zugriff unter: https://idiv-biodiversity.de/de/news/medienmitteilungen/artikel/1008.html. Stand: 11.07.2021. 

3.       Umweltbundesamt (2019): Das Konzept der Ökosystemleistungen - ein Gewinn für den Bodenschutz. Position der komminssion Bodenschutz bei Umweltbundesamt (KBU). Dessau-Rosslau. Zugriff unter: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1410/publikationen/2019_10_16_pp_kbu_oekosystemleistungen_final_online.pdf. Stand: 08.07.2021